Jesus war weder nett noch tolerant – und du solltest es auch nicht sein

Gotteslästerung ist dieser Tage keine Seltenheit.

Egal nach welcher blasphemischen, perversen oder grotesken Version des Christentums Ihnen der Sinn steht, Sie haben die freie Auswahl an einem reichhaltigen Buffet. Sie können alle Geschmacksrichtungen probieren oder auch Ihre eigene kreieren.

Von all diesen ketzerischen Optionen ist die, die ich die „Nettigkeitsdoktrin“ nenne, vermutlich die am weitest verbreitete.

Die Verfechter der Nettigkeitsdoktrin hört und sieht man besonders dann, wenn ein Christ in einer kulturellen Frage eine gewagte Meinung vertritt, harte Worte gebraucht, sündhafte Taten verurteilt oder mit Überzeugung und Leidenschaft gegen das Böse kämpft. Sobald so eine Person hervortritt und sagt

„Das ist falsch und ich mache hier keine Kompromisse!“

kommen die Ketzer mit ihren beschwichtigenden Mantras.

Sie reden davon, dass Jesus ein netter Mann war und dass Er niemals etwas getan hätte, das jemanden beleidigen könnte. Sie sagen, dass Er vom Himmel herab kam um Toleranz und Akzeptanz zu predigen. Niemals hätte Er Worte benutzt, die jemandes Gefühle verletzt hätten. Selbstbewusst erinnern sie an einen sanften und milden Messias, der auf die Erde kam um einen konstruktiven Dialog anzuregen.

Die Anhänger des netten Jesus wissen in der Regel nicht genau, was in der Bibel steht, aber sie wissen das Er „mit Prostituierten befreundet“ war und so Sachen sagte, wie dass wir uns nicht zu sehr über alles mögliche aufregen sollten oder so. In ihrer Vorstellung ist Er praktisch so etwas wie ein übernatürlicher Cheech Marin.

Bitte lesen Sie die Kommentare unter meinem letzten Artikel über militante Aktivisten für die Rechte Homosexueller, dort können Sie Beispiele dieser Ketzerei sehen.

Dieser Artikel bewegte jemanden, eine durchaus bemerkenswerte eMail zu schreiben. Diese Person war besorgt, dass ich nicht „christlich“ sei, weil ich „Menschen beleidige“. Er schrieb unter anderem:

„Du tust dem Christentum keinen Gefallen, wenn du so sprichst. Die Botschaft von Jesus war, dass wir nett zu den Menschen sein sollten, damit sie auch nett zu uns sind. Nur so können wir alle glücklich werden. So einfach ist das.“

Sei nett zu mir und ich bin nett zu dir, dann sind wir alle glücklich. Das ist die Botschaft des Christentums?

Wirklich?

Die Botschaft von Jesus Christus war nicht komplexer oder tiefgehender als das, was im Kindergarten auf einem Poster an der Wand hängt?

Wirklich?

Das ist eine provokative Behauptung, um es mal vorsichtig auszudrücken. Ich entschied mich diese Angelegenheit eingehender zu untersuchen und fand tatsächlich diese Worte in der Bergpredigt:

„Wir sind beste Freunde, so wie Freunde sein sollten. Wenn ich dich knuddel und dir einen Kuss aufdrücke, liebst du mich dann nicht auch?“

Obwohl, Verzeihung, das ist aus dem Titellied von der Barney Show.

Gott hilf uns. Wir haben den Sohn Gottes in eine lila Dinosaurierpuppe verwandelt.

Es gibt zwar keine unwiderlegbaren Beweise, aber die meisten Theologen glauben, dass der echte Christus – entgegen der allgemeinen Wahrnehmung – ganz und gar nicht so ausgesehen hat.

Mir ist dieser Jesus unbekannt.

Dieser Moderate. Dieser Pazifist. Dieser nette Typ.

Das ist nicht der Jesus, über den ich in der Bibel gelesen habe. Ich habe dort die Geschichte von einem starken, männlichen, bestimmten und verwegenen Erlöser gelesen. Mit Mitgefühl, ja. Und vergebend, selbstverständlich. Und liebevoll, immer liebevoll. Aber nicht besonders nett.

Er verurteilte. Er klagte an. Er hat Schwierigkeiten gemacht. Er hat die etablierte Ordnung angegriffen.

Bei einer Gelegenheit – bzw. zumindest bei einer überlieferten Gelegenheit – benutzte Er sogar Gewalt. Dieser Jesus sah die Geldwechsler im Tempel, und wie reagierte Er? Er war nicht höflich. Ich würde sogar sagen, Er war durch und durch intolerant. Er besorgte sich eine Peitsche (Juristen würden das als Vorsatz werten) und trieb diese Händler mit Gewalt aus dem Tempel. Er warf Tische um und schrie. Er hat einen echten Aufstand gemacht. [Johannes 2:15]

Angriff mit einer tödlichen Waffe. Wandalismus. Erregung öffentlichen Ärgernisses. Und schlimmer noch, Intoleranz.

In zwei Worten: Nicht nett.

Gar nicht nett.

Können Sie sich vorstellen, wie diese gemäßigten, frommen, „netten“ Christen von heute auf so ein Spektakel wie das im Tempel reagieren würden? Können Sie sich die Verfechter der Nettigkeitsdoktrin vorstellen wie sie mit den Zeigefingern wedeln und passiv-aggressiv seufzen? Ich bin mir sicher, sie würden Jesus väterliche eMails schicken oder vielleicht auch in einem Kommentar ihrer Ablehnung Ausdruck verleihen. Sie würden Jesus daran erinnern, dass Jesus niemals so etwas getan hätte, was Jesus gerade getan hat.

Ich habe das Neue Testament gelesen und nicht eine einzige Stelle gefunden, an der Christus einen „Dialog“ mit dem Bösen gesucht hat oder wo Er versuchte einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich sehe einen Absolutisten ohne Angst vor Konfrontationen. Ich sehe einen Mann, der nicht nachgab oder der anderen Seite Zugeständnisse machte. Ich sehe jemanden, der nicht auch nur einmal einem Streit aus dem Weg ging, indem Er sagte, „einigen wir uns darauf, dass wir uns nicht einig sind“.

Ich sehe einen Christus, der die Schriftgelehrten und Pharisäer Schlangen und Otternbrut nennt. Er nennt sie Mörder, blinde Führer und macht sie öffentlich lächerlich [Matthäus 23:33]. Er untergräbt ihre Autorität. Er beleidigt sie. Er züchtigt sie. Er ist nicht sehr nett zu ihnen.

Jesus tadelt und verurteilt. In Matthäus 18 benutzt Er einen morbiden und rohen Vergleich, als Er sagt, dass es besser sei mit einem Stein um den Hals in einem See zu ertrinken als ein Kind zu verletzen. Wären unsere Politiker vor zweitausend Jahren zugegen gewesen, würden sie sicherlich in den Nachrichtensendungen ihre Köpfe schütteln und darauf bestehen, dass „so eine Ausdrucksweise Fehl am Platz“ sei.

Kein Platz für die Ausdrucksweise Gottes.

Jesus hat absichtlich Dinge getan und gesagt, von denen Er wusste, dass sie andere beleidigen würden. Er hat Konflikte und Kontroversen heraufbeschworen. Er provozierte. Er hätte sich nicht gegen die etablierten Normen stellen müssen, aber Er tat es. Er hätte die Hand dieses einen Mannes nicht unbedingt am Sabbat heilen müssen, wissend, dass es andere extrem stören würde. Aber Er tat es, und Er tat es mit „Wut“ [Markus 3:5]. Er hätte etwas mehr mit dem Strom schwimmen können. Er hätte sich zurücklehnen und seine Zeitgenossen einfach in Ruhe lassen können, aber das hat Er nicht gemacht. Er hätte diplomatisch sein können, aber das war Er nicht.

Er hatte allen sagen können, dass sie sich mal entspannen sollen, aber stattdessen hat Er sie in unangenehme Situationen gebracht. Er hätte sie besänftigen können, aber stattdessen hat Er sie herausgefordert.

Er überzeugte den Mob, die Ehebrecherin nicht zu steinigen [Johannes 8], aber Er drehte sich dann auch zu ihr um und sagte ihr, dass sie aufhören solle zu sündigen. Wenn Er Sünden und Korruption gesehen hat, hat er nicht auch nur einmal gesagt: „Hey, macht euer Ding, Leute. Habt einfach Spaß. Man lebt nur einmal!“

Die Anhänger des netten Jesus lieben es, den „wirf den ersten Stein“ Vers zu zitieren. Und sie haben guten Grund dazu, denn es ist eine schöne und überzeugende Geschichte. Nur selten hört man jedoch die Worte ein paar Sätze später im gleichen Kapitel. In Johannes 8:44 tadelt Jesus ungläubige Juden und nennt sie „Söhne des Teufels“.

Wow.

Das war nicht nett, Jesus.

Hat man dir nicht beigebracht, dass man mit Honig mehr Fliegen fängt, Jesus?

Aber selbstverständlich fängt man mit einem Berg aus Abfall sogar noch mehr Fliegen, vielleicht geht es also gar nicht darum, Fliegen zu fangen.

Während wir oft daran erinnert werden, dass Jesus sagte „lebe mit dem Schwert, stirb durch das Schwert“, scheinen wir seine anderen Bemerkungen zum Schwert auszublenden. Zum Beispiel als Er seinen Jüngern sagte, dass sie ihre Mäntel verkaufen und Schwerter kaufen sollen [Lukas 22] oder als Er sagte, Er sei „nicht gekommen um Frieden zu bringen, sondern das Schwert“ [Matthäus 10].

Er ist natürlich Gott und wir sind es nicht. Jesus kann also sagen, was auch immer Er sagen will. Aber wir werden dazu ermutigt christlich zu sein, was die Frage aufwirft: Wie ist Christus?

Nun, unter anderem ist Er kompromisslos. Er ist intolerant gegenüber dem Bösen. Er ist aufwieglerisch. Er ist manchmal schroff. Er ist manchmal unhöflich. Er ist manchmal wütend.

Er ist immer liebevoll.

Christus war und ist kein kosmischer Vertrauenslehrer und Er ist auch nicht der beste Freund der Menschheit, noch hat Er uns dazu aufgefordert. Diese Rolle hat Er den Hunden zugedacht. Unser Schicksal ist sehr viel bedeutender und unser Weg ist weitaus schwieriger und gefährlicher.

Und nett?

Wo in all dem spielt Nettigkeit eine Rolle?

Nett: umgänglich, schick, dufte.

Nettigkeit hat nichts zu tun mit dem Christentum. Ich habe nichts gegen nett – nett ist nett – aber sogar Serienmörder können nett zu Leuten sein. Sie sind sogar normalerweise ausgesprochen liebenswürdig, nur dann nicht wenn sie morden. Das bedeutet, dass sie gegenüber 97 oder 98 Prozent der Menschen, die sie treffen, nett sind.

Das heißt dann wohl, dass sie meistens Christus folgen, richtig?

Und Toleranz?

Toleranz ist leicht. Jeder Feigling kann lernen etwas zu tolerieren. Toleranz ist Passivität; Intoleranz ist Aktion. Wir werden dazu aufgerufen uns zu weigern das Böse zu tolerieren. Wir sollen wütend werden und aktiv an seiner Zerstörung arbeiten.

Wer hätte das gedacht? Wut ist sehr viel göttlicher als Toleranz es jemals sein könnte.

Selbstverständlich heißt das nicht, dass Wut automatisch – oder sogar nur für gewöhnlich – gerechtfertigt ist. Christus war zu Recht wütend. Gerechte Wut ist die Art Wut, die wie von selbst in unserer Seele aufsteigt, wenn wir mit den Abgründen der Verderbtheit und Sünde konfrontiert werden. Es ist falsch vor Wut zu schäumen, weil uns jemand die Vorfahrt nimmt oder hinter unserem Rücken Gerüchte über uns verbreitet, aber es ist auch falsch keine Wut zu fühlen, wenn Babys umgebracht werden und die Institution der Familie untergraben und angegriffen wird.

Wut ist gut, wenn sie gegen das gerichtet ist, dass nicht uns beleidigt, sondern Gott. Genau wie die Intoleranz von Christus stammt die Intoleranz, die wir haben sollen, vom Verlangen danach Seelen zu retten und die Wahrheit zu verteidigen.

Aber selbst wenn wir zu Recht wütend sind, gibt uns das keinen Freifahrtschein diese Wut vollkommen willkürlich auszuleben. Gemäß der Bibel gibt es aber Situationen, in denen man harte Worte benutzen sollte, in denen man eine Szene machen sollte, in denen man die Gefühle mancher Menschen verletzen sollte und in denen man manchmal sogar Gewalt anwenden sollte.

Jesus rief uns dazu auf, die andere Wange hinzuhalten, wenn wir persönlich angegriffen werden. Er sagte uns aber nicht, dass wir dem Bösen den Rücken zuwenden und es wuchern lassen sollten.

Also, genug mit den Nettigkeiten.

Christen in diesem Land klingen zu sehr wie der Titelsong von Golden Girls und nicht genug wie die Kriegshymne der Republik. Es gibt zu viel „danke, dass du mein Freund bist“ und nicht genug „Blitze von seinem schrecklich geschwinden Schwert“.

Wir sind alle am kuscheln und Kumbaya singen, während wir eigentlich marschieren und Halleluja schreien sollten.

Wir sind nette Christen mit unserem netten Jesus, und wir werde ohne Gegenwehr mit Füßen getreten.

Genug, es reicht.

Ich denke, es ist an der Zeit, dass das Christentum seinen Kampfgeist wiederfindet; den Geist Christi.

Ich denke, es ist an der Zeit zu fragen: „Was würde Jesus tun?“

Und ich denke, dass es an der Zeit ist wahrheitsgemäß zu antworten: Jesus würde Tische umwerfen und brüllen.

Vielleicht sollten wir seinem Beispiel folgen.

http://brd-schwindel.ru/jesus-war-weder-nett-noch-tolerant-und-du-solltest-es-auch-nicht-sein/

 

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